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Pressetext
Hanspeter Hofmann / Bonheur automatique
KuratorInnen: Christoph Doswald, Katia Schurl

Der Schweizer Künstler Hanspeter Hofmann sucht in der Ausstellung Bonheur automatique nach linearen Relationen zwischen chemischen Inputs und Seelenzuständen und geht der Frage nach, wie sich quasi-mechanische Schnittstellen zwischen Mensch und Welt kreativ nutzen lassen. Zu diesem Zweck betreibt Hofmann eine Woche lang im Space04 des Kunsthaus Graz eine Druckwerkstatt. Auf Basis bereits vorproduzierter Grafik, die der Künstler vor ort mit Hilfe einer Druckmaschine überarbeitet, werden die täglich anfallenden Informationen und Bilder in den Werkprozess integriert und verarbeitet. Die so entstehenden Bilder appliziert Hofmann schließlich an die Wände des Ausstellungsraums, sodass in einem sich ständig entwickelnden Akt nicht nur eine künstlerische Verwucherung und Verwachsung von Tagesaktualität entsteht, sondern auch grundsätzliche Fragen über den Transfer von künstlerischen Werkskategorien zwischen Druckgrafik, Malerei, Performance und Installation erörtert werden. Einerseits benutzt Hofmann in seiner Malerei Versatzstücke der massenmedialen Kommunikation – typografische Elemente, fotografische Bildvorlagen der Konsumgüterindustrie oder Reproduktionen aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Handbüchern. Andererseits übereignet er der Maschine gerne eine kreative Rolle. Was die Druckindustrie normalerweise als Fehler taxiert, gerät in Hofmanns Kunst zur Genese des Kreativen. Daraus spricht eine empirische künstlerische Haltung, die sich um formal-akademische Traditionen einen Deut schert.




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